BSH investiert in Fagor Mastercook

- Eine gute Nachricht für die Stadt - war der kürzeste Kommentar von Rafał Dutkiewicz, dem Präsidenten Breslaus, auf die gestrige Nachricht über den Kauf der Breslauer Werke Fagor Mastercook durch den Konzern BSH (Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH). Die Deutschen bezahlen für Fagor Mastercook 90 Millionen PLN und investieren weitere 120. Geplant ist Einstellung von 500 Mitarbeitern.

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    Quelle: Fagor Mastercook


- Die Firma kommt in den Besitz eines großen Herstellers, der die Entwicklung garantieren wird, und nicht einen langsamen Verfall, was im anderen Fall durchaus passieren könnte. Ich bin der Meinung, dass für die geschäftliche Zukunft von AGD in Breslau Bosch Siemens das beste Angebot ist, denn das ist ein Investor aus der Branche - meint Rafał Dutkiewicz, Präsident der Stadt Breslau.

Über das "Ende das Epos des gefallenen Fagor" schreibt heute Puls Biznesu. Am Montag informierten wir über die heiße Atmosphäre um die Sitzung des Gläubigerrates, an der über das Schicksal von Fagor Master Cook entschieden wurde sowie über das Gerichtsbeschluss über den Verkauf des Unternehmens. Wir erinnern, dass Teresa Kalisz, Konkursverwalterin von Fagor Mastercook, ein Jahr lang erfolglos versucht hatte, Fagor zu verkaufen, und am Montag, während der Sitzung des Gläubigerrates gegen den Kauf durch den Konzern BSH war.

Der Betrieb ist in sehr schwieriger Lage. Der Produktionsvertrag läuft nur bis Ende März. Es ist bekannt, dass die zurzeit 800 beschäftigten Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren (vor der Insolvenz waren 1300 Personen beschäftigt). Der Vertrag mit BSH bedeutet, dass die Entlassenen vorrangig wieder beschäftigt werden, wenn die Produktion der Haushaltsgeräte wieder aufgenommen wird. Die BSH plant, 500 Mitarbeiter einzustellen. Wann, ist vorerst nicht bekannt. Inoffiziell sagt man, dass die Produktion Ende des kommenden Jahres beginnen kann.

- Ich sagte, dass die Stimmung unter der Belegschaft fatal ist und das ändert sich nicht, allerdings bedeutet der Beschluss, dass die BSH den Betrieb kauft, dass es Gelder für die Mitarbeitergehälter und Abfindungen geben wird. Das ist für die Menschen sehr wichtig - sagt Lech Bąk, Vorsitzender der Betriebskommission der Gewerkschaft NSZZ "Solidarność" bei Fagor Mastercook.

Dem Gewerkschaftler zufolge sollen die Entlassungen bei BSH Ende Januar beginnen. Die Mitarbeiter sollen Abfindungen bekommen, deren Höhe soll u.a. von der Beschäftigungsdauer abhängig sein – die durchschnittliche Abfindung soll ca. 9 Monatsgehälter (ca. 20 Tsd. PLN) betragen.

- Wenn die BSH den Betrieb früher kaufen würde, wäre vielleicht die Entlassung aller Mitarbeiter nicht notwendig. Jetzt braucht die BSH Zeit, um die eigenen Produktionslinien einzuführen. Alle ausführlichen Modalitäten wird der Vertrag mit BSH enthalten – fügt der Gewerkschaftler hinzu.

- Zusammen mit dem Arbeitsamt werden wir versuchen, den entlassenen Mitarbeitern bei der Suche nach neuen Stellen zu helfen – betont Rafał Dutkiewicz, Präsident von Breslau.

U.a. über die Kündigungsmodalitäten sollen die Mitarbeiter und Gewerkschaften bei dem für heute geplanten Treffen sprechen. Teilnehmen werden dabei die Gewerkschaften NSZZ "Solidarność" und "Metalowcy". Die beiden Zentralen vereinigen über die Hälfte der heute noch Beschäftigten von Fagor Mastercook.

BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH ist der größte Hersteller der Haushaltsgeräte in Europa und eine der führenden Firmen dieser Branche weltweit. 2013 lag der Jahresumsatz der Firma bei 10,5 Milliarden Euro. Heute besitzt die BSH 42 Fabriken in 13 Ländern Europas, der USA, Lateinamerikas und Asiens. Wie Puls Biznesu berichtet, investierte die BSH in Polen bereits 500 Millionen Euro. In ihren Fabriken in Łodz stellt sie Geschirrspüler, Waschmaschinen und Trockner her und beschäftigt dort 2 Tsd. Mitarbeiter. Sie kaufte auch die Fabrik Zelmer. In Polen besitzt sie auch Zentren für Shared Services mit 500 Mitarbeitern sowie drei Logistikzentren.