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Betrachtet man die von den Analysten von Oxford Economics erstellte Zusammenfassung des letzten Vierteljahrhunderts seit dem Jahr 2000, so wird deutlich, dass die Städte Mittel- und Osteuropas in diesem Zeitraum das Wirtschaftswachstum auf dem gesamten Kontinent dominiert haben. Die wichtigsten polnischen Metropolen machten einen erheblichen Teil der sich am schnellsten entwickelnden Städte Europas aus und ließen dabei Giganten wie London, Amsterdam und Madrid hinter sich.
Grundlage dieses Erfolgs waren mehrere zentrale Trends: die zunehmende Dominanz des Dienstleistungssektors in den Volkswirtschaften der Metropolen, die Verlagerung der Produktion hin zu höherer Wertschöpfung, die Verankerung in wichtigen europaweiten Lieferketten sowie ein deutlicher Anstieg der ausländischen Direktinvestitionen (BIZ).
Polnische Städte haben den Großteil Europas überholt
Seit der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert sind die größten polnischen Städte um durchschnittlich 4,0 Prozent pro Jahr gewachsen. In dieser Zeit lag der Durchschnitt der europäischen Städte bei lediglich 2,1 Prozent. Am besten schnitt in dieser Hinsicht Kraków ab, das im betrachteten Zeitraum um 4,2 Prozent wuchs. Gleich dahinter lag Warszawa, gefolgt von Gdańsk und Wrocław. Poznań und Łódź bildeten hingegen das Schlusslicht unter den polnischen Metropolen.
Die polnischen Regionen werden im Zeitraum 2026–2030 die Regionen Westeuropas übertreffen
Bemerkenswerterweise haben die genannten fünf polnischen Städte besser abgeschnitten als die meisten Städte in Westeuropa. Eine Ausnahme bildet nur Dublin, das mit einem Wert von über 5 Prozent an der Spitze der von Oxford Economics erstellten Rangliste steht. Von den Metropolen in Mittel- und Osteuropa erzielten hingegen nur Sofia und Bukarest bessere Ergebnisse als die polnischen Städte.
Hervorragende Aussichten bis zum Ende des Jahrzehnts
Nicht weniger wichtig ist, dass Oxford Economics davon ausgeht, dass unsere städtischen Zentren weiterhin ein starkes Wachstumstempo beibehalten werden. Dabei wird ein Wechsel an der Spitze der polnischen Metropolen erwartet – mittelfristig wird laut Analysten Warszawa dank seines größeren Dienstleistungssektors die Führung übernehmen. Dennoch dürften Wrocław und Gdańsk in den nächsten fünf Jahren mit der Hauptstadt Schritt halten – so die Einschätzung von Oxford Economics.
Nach Berechnungen des Beratungsunternehmens wird Wrocław zu den fünf polnischen Städten gehören (zusammen mit Warszawa, Kraków, Gdańsk und Poznań), die in den Jahren 2026–2030 ein durchschnittliches jährliches BIP-Wachstum von über 3 Prozent erzielen werden.
Langfristig – bis zum Jahr 2050 – soll Warszawa hinsichtlich der Wirtschaftsleistung Lyon, Wien und Helsinki überholen.
Von der Automobilindustrie über eine Batteriefabrik bis hin zu einem Park für neue Technologien
Oxford Economics nennt zudem die Gründe für dieses dynamische Wachstum in den fünf wichtigsten polnischen Zentren. Einer der entscheidenden Faktoren war die Industrie, wenn auch nicht der einzige.
Der Produktionssektor hat die Grundlagen für ein starkes Wachstum geschaffen, allerdings waren es die Branchen Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), Finanzen sowie Unternehmensdienstleistungen, die den Produktivitätsanstieg vorangetrieben und die Volkswirtschaften der wichtigsten polnischen Städte an die Spitze der europäischen Ranglisten gebracht haben.
– „Mitteleuropa hat davon profitiert, dass Unternehmen ihre Lieferketten diversifiziert und die Produktion näher an die Lieferanten verlagert haben (Nearshoring), wobei sie der Widerstandsfähigkeit Vorrang vor den reinen Kosten eingeräumt haben. Dies ermöglichte es den europäischen Herstellern, die Lieferzeiten zu verkürzen und geopolitische Risiken zu minimieren, während sie gleichzeitig von den wettbewerbsfähigen und hochqualifizierten Arbeitskräften in Polen profitierten“ – lesen wir in der Analyse von Oxford Economics.
Sicherlich hat dabei die EU-Mitgliedschaft Polens eine entscheidende Rolle gespielt, da sie den Aufstieg unseres Landes in der Wertschöpfungskette beschleunigt hat. Die Produktion hat sich von der Ausfuhr von Rohstoffen hin zur Herstellung von Vorleistungsgütern (z. B. Autoteilen und Spezialmaschinen) verlagert. Die polnische Industrie wird sich weiterhin in Richtung spezialisierterer Produkte mit höheren Gewinnspannen entwickeln.
Ein hervorragendes Beispiel hierfür ist die Nutzung der Chancen, die sich aus der weltweiten Umstellung auf saubere Energie und der Dekarbonisierung des Transports ergeben. Dies ging mit einer steigenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen sowie mit Investitionen in Batterien und Komponenten für deren Herstellung einher. Davon profitierte insbesondere Wrocław – im Landkreis Wrocław wurde die europaweit größte Fabrik für Lithium-Ionen-Batterien des koreanischen Konzerns LG Energy Solution errichtet.
Und das ist ja noch nicht das letzte Großprojekt, das in der Nähe der Hauptstadt Niederschlesiens entstehen wird. Der taiwanesische Konzern TEEMA plant den Bau eines Technologieparks in der Nähe von Wrocław – in Miękinia.
Es wird eines der größten Zentren für neue Technologien in Europa sein.