KHS 2016: Lemberg in Wroclaw

Zu einer Reise ins Innere der Ukraine lädt im April die Europäische Kulturhauptstadt Wroclaw 2016 ein. Der April wird nämlich in Wroclaw als der Monat der Stadt Lemberg gefeiert. Es erwarten uns jede Menge Veranstaltungen - Konzerte, Treffen, Animationen für Kinder, Filmvorführungen, Ausstellungen. Mitten im Herzen der Stadt eröffnet die Lemberger Straße, wo man ukrainische Spezialitäten probieren kann.


- „Zum ersten Mal in der Geschichte der Europäischen Kulturhauptstadt kommt es vor, dass sich eine Stadt daran beteiligt, die außerhalb der Europäischen Union liegt“ - sagt Krzysztof Maj, Direktor der KHE Wroclaw 2016. – „Vielleicht wird die Europäische Kommission dank unserer Aktion bereit sein, diesen Wettbewerb anders zu gestalten, denn es gibt nur eine Kultur und sie wird weder durch politische Grenzen noch durch irgendwelche Sicherheitszäune beschränkt."

- „Wir vergessen keinesfalls die Tradition und Geschichte, möchten jedoch in Wroclaw eine neue und moderne Ukraine zeigen“ - erklärt Rafał Koziński, Mitveranstalter des Lemberger Monats. – „Lemberg spielt dabei die Rolle einer Linse, durch die man in das Innere der Kultur der ganzen Ukraine blicken kann.

Fast 30 Tage lang wird sich Lemberg den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt mit Wroclaw teilen, nach Wroclaw kommen dabei rund 300 ukrainische Künstler – Musiker, Schriftsteller, Maler, Performancekünstler, Regisseure.

Der Lemberger Monat beginnt mit der Ausstellung "Ukrajins’kyj Zriz: Przeobrażenia" (Ukrajins’kyj Zriz: Umwandlungen). Ab dem 1. April können in sechs Stockwerken des Hauses im Ring (Rynek 25, ehemaliger Laden Moda Polska) rund 200 Arbeiten der 50 zeitgenössischen ukrainischen Künstler besichtigt werden.

- "Ukrajins’kyj Zriz, d.h. der Ukrainische Durchschnitt bildet eine Vorführung der ukrainischen zeitgenössischen Kunst, in der veranschaulicht wird, wie vielfältig und multikulturell das Gesicht der Ukraine ist" – sagen die Veranstalter. Im Bürgerhaus sehen wir Gemälde, Skulpturen, Installationen, Videoart, Kunst der digitalen Medien, Performance.

Die für April geplanten Veranstaltungen sind in sechs Themenbereiche aufgeteilt worden. Musik - dazu gehören Konzerte ukrainischer Musiker wie Hycz Orchestr, Shatur-Gudur, Dagadana oder Jazzmusiker. Wir hören auch Autorenprojekte, neue experimentale Klänge, die Musiker entführen dabei das Publikum auf die musikalische Reise durch die Kulturen der Ukraine. Die Konzerte finden im Klub Stary Klasztor (Zyklus Posłuchaj Ukraińskie /Hören Sie die Ukrainischen), im Klubcafé Lwowska Pod Klepsydrą, im Klub Poczytanka in der Passage Przejście Garncarskie (Zyklus Dźwięki ze Wschodu /Klänge aus dem Osten), sowie im Freien in der Lemberger Straße statt, in die sich die Passage Przejście Garncarskie verwandeln wird (Zyklus Musik in der Straße).

Zum Zyklus Literatur/Debatten gehören Treffen mit ukrainischen und polnischen Schriftstellern - Jurij Andruchowycz, Irena Karpa, Iwan Bajdak, Bohdan Zadura, Wira Baładyniuk, Dymytro Antoniuk, Andrij Bondar und Ziemowit Szczerk. Zum Programm gehört auch die Nacht der Ukrainischen Poesie und Non Stopp Musik.

Im Zyklus Film sehen wir im Kino Nowe Horyzonty nicht nur bekannte Titel des ukrainischen Kinos der vergangenen Jahre, sondern vor allem Filme junger, zeitgenössischer Filmemacher. – „Es ist uns dabei gelungen, Filme zu übersetzen, die in Polen noch niemals gezeigt wurden“ – bemerkt Olga Chrebor, Koordinatorin des Lemberger Monats. Es lohnt sich dabei, ins Kino zu gehen, denn es wird eine der seltenen Gelegenheiten sein, ukrainische Produktionen aus den Jahren 2011-2015 zu sehen.

Für die Kinder allerdings wird es die Möglichkeit geben, an Maskenworkshops und an Musikworkshops mit der Band Dagadana teilzunehmen, künstlerische Ostereier zu gestalten, eigene Instrumente zu bauen und sogar zu lernen, wie man ukrainische Puppen bastelt.

Für einen ganzen Monat wird sich die Passage Przejście Garncarskie in die Lemberger Straße verwandeln. Es werden dort Stände mit ukrainischer Küche aufgestellt. – „Man kann dabei Lemberger Kaffee, Pralinen und Bonbons, sowie Chalwa probieren, außerdem Gerichte der tatarischen Küche, wie etwa Tschebureki, galizische Strudel, gebratene Pieroggen“ - erzählt Maria Artemiuk, die für das Projekt „Lemberger Straße“ verantwortlich ist. – „Geplant sind auch Stände mit Handwerk, sog. „Majsternie“, in denen Produkte aus Leder und Keramik, Glasgemälde, Ikonen oder Spielzeug entstehen werden. Ihren eigenen Stand bekommen auch die Schmiede“ – erzählt sie weiter. Die Lemberger Straße wird täglich von 12.00 bis 21.00 Uhr geöffnet sein.

Von der Lemberger Straße werden Elektroautos in die Jahrhunderthalle verkehren, damit interessierte Besucher dort das Stadtmodell des Alten Lembergs besichtigen können.

Ausführliche Informationen und das vollständige Programm des Lemberger Monats