KHE 2016: Sieben Städte für Europa

Sieben Städte, die sich erfolglos um den Titel der KHE bemüht haben, stellen ihren kulturellen Reichtum in Wroclaw im Rahmen der Koalition der Städte für Kultur vor. Als erstes präsentiert ihren Genius loci Lublin, in den kommenden Wochen werden Gdańsk, Katowice, Łódź, Poznań und Szczecin ihre kulturelle Vielfalt zur Schau stellen.


- „Am Wettbewerb für KHE beteiligten sich 11 polnische Städte, Wroclaw, das aus dem Wettbewerb als Sieger hervorgegangen war, lud sie zur Zusammenarbeit ein“ - erzählt Dominika Kawalerowicz, Chefin des Fachteams der KHE Wroclaw 2016.

Sieben Städte sind der Einladung gefolgt. Sie zeigen das, was bei ihnen im Kulturbereich am schönsten und am spannendsten ist.

- „Wir haben uns gleichzeitig mit den Künstlerkreisen und den Vertretern der Stadtverwaltung getroffen, denn Kultur ohne Verwaltung gibt es nicht“ – erklärt Dominika Kawalerowicz. – „Wir haben also einen Kultur-Thinkthank gegründet, in dem wir Gespräche führen, wie die Kultur auf der Ebene der Stadtverwaltung gemacht wird, welche Möglichkeiten und rechtliche Lösungen es gibt, was ist gut und was verbessert werden soll. Im November wird unsere Arbeit in einer Publikation zusammengefasst, in der wir unsere Empfehlungen vorstellen.

Die Empfehlungen sollen vier Bereiche umfassen, die für die Aktivitäten der Koalition besonders wichtig sind. Der erste bezieht sich auf die Suche und Festlegung der gemeinsamen Richtlinien für die Analyse der Wirksamkeit der Kultur. Der zweite umfasst die Ideen, wie man neue Kulturinitiativen in Städten verorten kann. Der dritte konzentriert sich auf die rechtlich-formalen Bedingungen für die Kultur, während der vierte Bereich untersuchen soll, wie sich Kulturprojekte möglichst sichtbar umsetzen lassen. Die Eröffnungsworkshops des Thinkthank wurden nach der Konferenz in Wroclaw veranstaltet. Sie werden in Form von sieben Treffen in den weiteren Städten der Koalition fortgesetzt.

Die Koalition der Städte ist europaweit das erste Projekt dieser Art. Bisher hat nämlich noch keine Kulturhauptstadt mit anderen Städten ihres Landes in diesem Umfang zusammengearbeitet. – „Als wir uns um den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt bemühten, bemerkten wir den riesigen Arbeitsaufwand der einzelnen Städte, die unglaubliche Energie und den Willen zur Zusammenarbeit. Wir wollten das ausnutzen“ - sagt Dominika Kawalerowicz.

Das Projekt der Koalition beruht auf der Vorstellung der kulturellen Charakteristika der jeweiligen Städte. Gdańsk, Katowice, Lublin, Łódź, Poznań und Szczecin werden im Rahmen von KHE ihre Vorzeigeprojekte vorstellen, all das, was ihren Genius loci darstellt.

Als erstes stellt sich Lublin vor.

Szczecin wird zwischen dem 17. und 19. Juni seinen "Raum des kreativen Dialogs" vorstellen. Auf dem Hügel Wzgórze Polskie wird ein Hafencontainer aufgestellt, in dem ein Kino, ein Theater und eine Galerie untergebracht werden. Weitere Vorstellungen finden im Stadtteil Nadodrze, ul. Łokietka 5 statt. Die Oder wird dabei zu einem Motiv, das Wroclaw und Westpommern miteinander verbindet.

Im Juli wird Poznań seine Geschichte erzählen. Die Präsentation "Die nächste Haltestelle" findet vom 1. bis 3. Juli statt. In dieser Zeit wird durch Wroclaw eine Straßenbahn aus Poznań verkehren, auf der Strecke 0. Poznań wird sich mit der städtischen Kultur befassen – zahlreiche Aktivitäten sind in der Straßenbahn geplant, viele auch an den Haltestellen.

Łódź wird den Bereich von Browar Mieszczański besetzten und seine Präsentation unter dem Titel "Neu gewebt" vorführen. Auf dem ehemaligen Industriegelände werden Theaterstücke, Shows und Workshops aus unterschiedlichen Kunstbereichen dargeboten.

Gdańsk wird Wroclaw vom 30. Juli bis 5. August besuchen. Die "Stadt der Freiheit" wird für sich das Haus am Rynek 25 beanspruchen und die Besucher an die Ostsee einladen, allerdings auf eine Art, die nicht so selbstverständlich ist, wie man vermuten würde. Katowice - die "Stadt der Musik" wird vom 15. bis 21. August zu Konzerten im Städtischen Arsenal einladen.