Ende der Renovierung des Oratorium Marianum (FOTOS, VIDEO)

Die Wiederherstellung der Barockfresken dauerte ein Jahr

  • Die Fresken von Handke wurden vom Dresdener Maler Christoph Wetzl rekonstruiert, fot. Tomasz Walków

  • Die Wiederherstellung der Barockfresken im Oratorium Marianum dauerte ein Jah, fot. Tomasz Walków

  • Die Wiederherstellung der Barockfresken im Oratorium Marianum dauerte ein Jah, fot. Tomasz Walków

  • Die Wiederherstellung der Barockfresken im Oratorium Marianum dauerte ein Jah, fot. Tomasz Walków

  • Die Wiederherstellung der Barockfresken im Oratorium Marianum dauerte ein Jah, fot. Tomasz Walków


Das Ergebnis der Arbeit des Dresdener Malers und Portraitisten Christoph Wetlz ist beeindruckend. In den Deckengemälden im mittleren Bereich der Decke im Oratorium Marianum rekonstruierte er einen Freskenzyklus mit Szenen des Marienlebens. Sein Autor war Johann Christoph Handke, Barockmaler, der in Breslau in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts tätig war. Handke hat auch die Aula Leopolina ausgemalt.
Im Oratorium Marianum spielten u.a. Liszt, Wieniawski oder Brahms. Im Jahr 1945 wurde der Saal während der Bombardierung der Stadt zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er durch Trennwände aufgeteilt und als Waffenlager für das studentische Wehrersatzdienst genutzt.
- Während des Wehrersatzdienstes, als ich meine Waffe nach den Übungen zurückgegeben habe, war ich nicht in der Lage, die Schönheit dieses Ortes zu begreifen, so zerstört war er – gibt Prof. Marek Bojarski, Rektor der Breslauer Universität zu.
In den 90er Jahren wurde der Saal teilweise rekonstruiert, die Deckenfelder blieben jedoch leer. Dies störte nicht nur die Universitätsleitung sondern auch Prof. Norbert Heisig, Vorsitzenden der Deutsch-Polnischen Gesellschaft der Universität Breslau.
- Während der Jahrestreffen saß ich am Vorstandtisch und blickte auf die leeren Stellen. Ich beschloss, irgendetwas dagengen zu tun – sagt Prof. Heisig, vor dem Krieg in Breslau geboren, Arzt und Ideengeber der Renovierung der Malereien von Handke.
Zuerst hat sich Prof. Heisig um die Finanzierung gekümmert. Mehr als 150 Tsd. Euro für die Renovierung der Barockfresken stifteten die Robert-Bosch-Stiftung sowie das Staatsministerium für Kultur und Medien am Kanzleramt .
Prof. Heisig: - Als das Geld schon da war, musste man eine Person finden, welche die Rekonstruktion der Handke-Fresken übernehmen könnte. Mir wurde Christoph Wetzl empfohlen, der die Fresken in der Dresdener Frauenkirche rekonstruiert hat. Es war nicht so einfach, ihn zu überzeugen, zuerst haben wir Herrn Wetzl um Rat gefragt. Nach einer Woche rief er an und sagte: Ich übernehme den Job.

Christoph Wetzel hat ein Jahr in Breslau gearbeitet. Auf dem Gerüst unter der Decke hatte er ein Bett, er malte im Liegen, musste allerdings immer wieder vom Gerüst heruntersteigen, um die Effekte seiner Arbeit aus der richtigen Perspektive betrachten zu können.
- Ich begann mit der Geburtszene über der Empore und als ich die leere Stelle über der Empore sah, die gefüllt werden musste, diese Menge von Arbeit, hatte ich Bedenken, ob ich diese Aufgabe bewältigen kann – gibt Wetzel zu, der mehr als 200 m2 Fläche bemalen musste.
- Ich bin heute 66 Jahre alt, Handke war wesentlich jünger, als er diese Szenen malte. Außerdem war es für ihn Routine, diese Art von Arbeit war für ihn nichts Außergewöhnliches. Ich bin Portraitmaler, bin gewohnt, dass ich mit lebendigen Menschen zu tun habe.
Dem Dresdener Künstler stand eine umfangreiche Dokumentation zur Verfügung, u.a. Farbdias vom Inneren des Oratoriums Marianum, die im Jahr 1944 angefertigt wurden.
- Ich habe Handkes Gemälde wiederhergestellt, diese Arbeit erlaubte mir jedoch ein bisschen Kreativität – konstatiert der Dresdener Künstler.
Die Professoren Bojarski und Heisig betrachteten begeistert das Ergebnis der Arbeiten. Das Lieblingsfragment von Prof. Heisig ist die Geburtszene, die übrigens auch von der Universität auf Weihnachtskarten abgebildet wird.
Christoph Wetzel platzierte unter den mehreren Dutzend Figuren des Deckengemäldes auch sein Selbstbildnis. Zu sehen ist es im größten Gemäldefeld, dass Marien Aufnahme in den Himmel zeigt.
Oratorium Marianum wird am Freitag, den 9. Mai eröffnet. Breslauer und Besucher können den Raum schon ab Samstag, den 10. Mai bewundern.
An den Wochenenden (Fr-So) zwischen 10-17 Uhr, montags, dienstags und donnerstags 10-16 Uhr. Die Kassen des Museum der Universität, zu dem das Oratorium Marianum gehört, schließen halbe Stunde vor der Schließung des Museums.

wto