DiverCITY2 in Wroclaw – Umweltschutz und Finanzierung

Wie kann man Privateinrichtungen stärker in die Finanzierung der Revitalisierungsmaßnahmen und Verbesserung der Qualität der städtischen Umwelt in Revitalisierungsbereichen involvieren - das ist das Thema des Projekts DiverCITY2, an dem in Wroclaw Vertreter der polnischen Städte, der Regierungsstrukturen und der NGOs sowie Wissenschaftler teilnehmen. Partner im Projekt sind die Städte: Fredrikstad, Reykjavik, Vesturbygdd und Łódź.


Am 27. September 2016 trafen sich in Wroclaw Teilnehmer des Projekts DiverCITY2. Bei der diesjährigen Konferenz unter dem Motto "Stadt für alle" dreht sich die Diskussion um Aspekte der Revitalisierung, vor allem aber um die Möglichkeit der Einbeziehung der Einwohner, der NGOs und anderer privaten Einrichtungen in diesen Prozess.

Teilnehmer des Projekts DiverCITY2 in Wroclaw. Fot. jr

- „Das Ziel des Projekts ist die Veranschaulichung der Möglichkeiten zur Einbeziehung der privaten Einrichtungen in die Revitalisierungsmaßnahmen. Die übergeordnete Frage lautet dabei: wie können die Verwaltungsorgane, die die Revitalisierungsprozesse initiieren und koordinieren, Einwohner der Städte, Wohnungsgesellschaften und Kooperativen, NGOs und Einrichtungen der sozialen Wirtschaft, Unternehmer, die im Bereich der Revitalisierung gewerblich tätig sind bzw. Privatinvestoren, deren Projekte, darunter die aus dem Baubereich sich erst in der Planungsphase befinden, zur Zusammenarbeit bewegen und einladen“ - sagt Grażyna Adamczyk-Arns, Geschäftsführerin des Unternehmens Wroclawska Rewitalizacja.

Wroclaw fängt nicht bei Null an

2015 begannen das Ministerium für Entwicklung, die Stadt Wroclaw und der Norwegische Verband der Lokalen und Regionalen Verwaltungen (KS) mit der Umsetzung des zweiten Teils des Projekts DiverCITY. An deren Durchführung beteiligten sich – ähnlich wie beim ersten Teil - Polen, Norwegen und Island. Die Projektpartner sind Vertreter der Städte Fredrikstad, Reykjavik, Vesturbygdd und Łódź.

- „Wroclaw schafft aktive Strukturen, die eine engagierte und verantwortungsbewusste Teilhabe am Entwicklungsprozess für möglichst viele Beteiligte ermöglichen sollen. Dies geschieht u.a. im Rahmen von Mikroförderungen der Europäischen Kulturhauptstadt und dem Bürgerhaushalt der Stadt Wroclaw. Konsultationen, Debatten und Treffen begleiten alle Projekte, die heute in Wroclaw in Bezug auf die Revitalisierung stattfinden, d.h Nadodrze und Przedmieście Oławskie. Bei unseren Entscheidungen werden wir von 24 sozialen Räten Wroclaws unterstützt. Wir fangen also nicht bei Null an. Wir suchen nach den richtigen Formen der Zusammenarbeit, testen diese anschließend in der Praxis“ - sagt Rafał Dutkiewicz, Präsident Wroclaws und fügt hinzu, dass z.B. in Nadodrze die Stadt die Leitung von besonders wichtigen Einrichtungen wie das Zentrum für Berufliche Entwicklung oder der Infopunkt Łokietka 5 den Nichtregierungsorganisationen überließ: - „Wir sehen mittelerweile großartige Effekte dieser Zusammenarbeit und wissen, dass ohne sie die Umgestaltung von Nadodrze nicht möglich wäre“ – fügt der Präsident hinzu.

Ein weiteres Beispiel für Umgestaltung, die von der Stadt in Zusammenarbeit mit privaten Einrichtungen ins Leben gerufen wurde, ist Ruska 46.

- „Die Stadt renoviert die kommunale Infrastruktur und lädt zur Zusammenarbeit ein. In der ul. Ruska 46 haben wir z.B. eine Stiftung, die sich um die Leuchtreklamen kümmert und ein Kunstzentrum. Auf diese Weise hat sich dieser Ort völlig verändert“- zählt Grażyna Adamczyk-Arns auf.

Wissen und gute Praxis

Die Teilnehmer von DiverCITY2 fügen hinzu, ein weiteres Ziel des Projekts liege in der Aneignung von Wissen und guten Praktiken, die sowohl für die Vertreter der Lokalverwaltung als auch der privaten Einrichtungen dienen sollen. Beispiele, die im Rahmen der Konferenz und der Begleitpublikation vorgestellt werden, sollen dabei die Popularisierung der bewährten Werkzeuge erleichtern und helfen, neue zu schaffen, die eigens für Bedürfnisse bestimmter Städte, Bereiche der Revitalisierung und der dort tätigen Interessierten angepasst sind.

Wroclaw ist bereits zum zweiten Mal Gastgeber von DiverCITY. Zwischen dem 11. und 12. September 2014 wurde hier die Konferenz "DiverCITY – Stadt für alle" veranstaltet. Man sprach u.a. von der Raumplanung und Stadtentwicklung nicht nur aus der Perspektive der großen Infrastrukturinvestitionen sondern auch kleineren Umgestaltungsmaßnahmen.

2017 wird Wroclaw Gastgeber der Konferenz, die die nächste Etappe des Projekts DiverCITY zusammenfassen soll.

Jarek Ratajczak